Rauchfreier Tabakgenuss

Bereits die Indianer wussten um die Geheimnisse des rauchfreien Tabakkonsums. Besonders beliebt waren in Muschelform gedrehte Tabake, die mit Muschelkalk versetzt gekaut wurden. Aus der „Neuen Welt“ gelangte das Tabakkauen im frühen 17. Jahrhundert nach Europa. Zusammen mit dem Schnupftabak gehört der Kautabak zu den ältesten Formen des rauchfreien Tabakgenusses und verbreitete sich im 18. und 19. Jahrhundert in ganz Deutschland.

Schnupftabak
Zu den Klassikern unter den Schnupftabaken gehört der „Bayerische Schmalzler“. Er wird seit über 100 Jahren in Landshut/Geisenhausen produziert. Seinen Namen verdankt er der ursprünglichen Tradition, Schnupftabak mit Butterschmalz zu veredeln. Bayerischer Schmalzler zeichnet sich durch seine dunkle Farbe, die mittelfeine Körnung und seinen relativ hohen Feuchtegrad aus. Durch den Zusatz von feinen Ölen ist er besonders mild.

Unter den Liebhabern von Schnupftabak ist heute jedoch der sogenannte Snuff deutlich verbreiteter. Snuff besteht aus fermentierten und entrippten Tabakblättern, die in schnelllaufenden Mühlen zu feinem Mehl verarbeitet werden. Der gemahlene Tabak wird anschließend mit einer Soßierung angefeuchtet und häufig mit Pfefferminz- und Eukalyptusölen oder mit Menthol veredelt. Anschließend muss der Schnupftabak über mehrere Wochen in gekühlten Räumen gelagert werden. Bei diesem Prozess fermentiert der Tabak und kann seine vollen Aromen entfalten.

Kautabak
Entgegen der traditionellen Konsumform, welcher der Kautabak seinen Namen verdankt, wird er heute nicht länger gekaut, sondern im Mund zwischen Wange und Kiefer gelegt. Zu diesem Zweck wird der Kautabak in verschiedenen Gespinstformen angeboten, beispielsweise als Stangen, Bündel oder Hufeisen. Für die Herstellung werden fast ausschließlich mit Tabaksoße veredelte Kentucky Tabake verwendet. Durch die Tabaksoße erhält der Kautabak nicht nur die nötige Feuchte, sondern auch seinen aromatischen Geschmack.